Alle Taucheinsteiger sollten während ihres Open Water Kurses lernen, wie man einen Tauchgang plant. Früher haben wir uns hingesetzt und die RDP-Tabellen erklärt, die viele Schüler ziemlich abstrakt und schwer verständlich fanden. Heutzutage geben die meisten Instruktoren ihren Schülern während der Kurstauchgänge einen Tauchcomputer, was uns das Leben deutlich leichter macht.
Aber mir ist aufgefallen, dass viele Taucher ihren Computer nur als schicke Stoppuhr und Tiefenmesser benutzen, ohne wirklich zu verstehen, was er eigentlich macht. Ich hatte schon oft Taucher, die mir ihren Leihcomputer zeigten (der im 'Fehler'-Modus war) und fragten: "Der ist kaputt. Kann ich einen anderen bekommen?" Leider musste ich ihnen dann sagen, dass sie für den Tag fertig waren mit Tauchen.
Selbst während des PADI IDC verbringe ich viel Zeit damit, Partialdruck, M-Werte, Gewebekompartimente und so weiter zu erklären. Wissen, das die Kandidaten eigentlich schon aus ihrem Divemaster-Kurs mitbringen sollten, aber oft noch nicht wirklich verstanden haben. Ich stehe dann am Whiteboard und male Tauchprofile und Kompartiment-Grafiken. Nicht gerade die beste Art, das zu erklären.
Also habe ich etwas Besseres gebaut. Einen Tauchcomputer-Simulator, mit dem man wirklich rumspielen kann, direkt im Browser, ohne Tauchausrüstung.
Hier kannst du ihn ausprobieren: Dive Computer Simulator
Was es macht
Das ist kein ausgefeilter Tauchplaner und soll auch nicht deinen echten Computer beim Tauchen ersetzen. Es ist ein vereinfachtes Modell, das zeigt, was im Hintergrund passiert, wenn ein echter Tauchcomputer deine Nullzeit berechnet.
Du erstellst ein Tauchprofil, drückst auf Start und schaust der Simulation beim Laufen zu. Du kannst sie beschleunigen (standardmäßig 20x), und du siehst deine Nullzeit in Echtzeit runterzählen, während sich deine Gewebe mit Stickstoff aufsättigen.
Der Teil, den ich nicht nur nett, sondern wirklich nützlich finde, ist die Anzeige der Gewebekompartimente. Sie zeigt, wie schnelle und langsame Kompartimente unterschiedlich schnell auf- und absättigen. Sie zeigt, wie der Stickstoffgehalt während einer Oberflächenpause sinkt, und sie zeigt die Restsättigung beim zweiten Tauchgang. Wenn du einen Schüler hast, der nicht versteht, warum der Computer seines Buddys bei demselben Tauchgang eine andere Nullzeit anzeigt, ist das eine gute Möglichkeit, ihm das zu zeigen, statt es nur zu erklären.
Das macht es zu einem richtig guten Lehrmittel. Du kannst zeigen, was passiert, wenn man an seine Grenzen kommt, und (auch wenn wir Freizeittauchern keine Dekompressionsstopps beibringen) was zu tun ist, falls man versehentlich seine Limits überschreitet. Du kannst außerdem mit den Gradientenfaktoren spielen, zwischen Luft und Nitrox wechseln und sogar die Höhe über dem Meeresspiegel einbeziehen.
Für wen das gedacht ist
Ehrlich gesagt, für alle. Open Water Schüler, die lernen, wie man ihren Tauchcomputer benutzt. Divemaster- und Instructor-Kandidaten, die versuchen, die Dekompressionstheorie zu begreifen. Aktive Instruktoren, die statt zum hundertsten Mal Gewebekompartimente ans Whiteboard zu malen, lieber ein schnelles visuelles Hilfsmittel für den Unterricht haben wollen.
Frisch zertifizierte Taucher, denen ein Leihcomputer in die Hand gedrückt wird, ohne dass sie so richtig wissen, wie man ihn bedient. Erfahrene Taucher, die sich einen Tauchcomputer kaufen wollen und versuchen, aus all den Specs, die sie online lesen, schlau zu werden.
Was ist es nicht
Benutz das hier nicht, um einen echten Tauchgang zu planen. Er sollte ziemlich genau sein, aber es bleibt ein vereinfachtes Modell, das ein Konzept vermitteln soll, kein zertifiziertes Tauchplanungs-Tool, und das steht auch gleich beim Öffnen so da. Dein echter Tauchcomputer, richtig eingestellt und gewartet, ist das, womit du tauchst. Das hier ist dazu da, dass du verstehst, was dieser Computer eigentlich macht.
Probier ihn mal aus. Er ist komplett offen und kostenlos nutzbar. Ich habe ihn gebaut, weil ich es leid war, Gewebesättigung am Whiteboard zu erklären, und wenn er dir hilft, deinen Schülern Tauchcomputer besser zu erklären, dann hat sich das schon gelohnt.
Wenn du gerade selbst deinen IDC machst und mehr solche Ressourcen suchst, meld dich einfach.
Ich überlege tatsächlich, einen ausführlicheren "Tauchcomputer-Kurs" rund um diesen Simulator zu bauen. Sag mir, ob du sowas nützlich fändest und was du gerne drin sehen würdest.
Dieser Artikel wurde geschrieben von Marcel Jansen, PADI Course Director und Gründer von Asia Scuba Instructors. Marcel ist seit über 20 Jahren in der Tauchbranche tätig und hat bereits in Thailand, Indonesien, auf den Philippinen, den Malediven und in Malaysia unterrichtet.
Er leitet PADI-Tauchlehrer-Kurse in ganz Asien und vertritt klare Ansichten darüber, wie diese Branche ihre Fachkräfte ausbildet.
Möchtest du selbst Tauchprofi werden? Erfahre mehr unter asiascubainstructors.com.



